Mittwoch, 24. August 2022

Bunt Leben anstatt Bunt reden - ein Abend mit Jeremy Grube

Künstler: JERY (Jeremy Grube)
Infos/Songs/Videos: Youtube

Eine laue Spätsommernacht am Fühlinger See kann schon was richtig tolles sein. Feiner Sand zwischen den Füßen, eine nette geöffnete Strandbar, die Decke zum verweilen, und wirklich tolle Menschen, die den Klängen von Jeremy Grube beiwohnten. 

Aber der Reihe nach..
Meine Frau hat in Moment ihre Zuneigung für die Stadt Köln gewonnen und die Reiselust durch das 9 EUR Ticket. Dazu kommt, dass die Freizeit des Öfteren nur in der eigenen  Bubble stattfindet. Daher gibt es eine Weiterbildung im Bereich "Buntes Leben"

Also ab in den Zug nach Köln, etwas Essen gehen, was mal überhaupt nicht geklappt hat und dann ab


zum Strand, wo sich ca 150 Menschen versammelt haben um den Sänger, Schauspieler und Lebenskünstler Jeremy Grube zu sehen und zu hören. 
Da mir die Songs bis zu diesem Zeitpunkt komplett unbekannt waren, werde ich einfach nur versuchen, das Empfinden darüber auszudrücken. 
Stilistisch hatte das ganze einen gewissen Reggaetouch, gepaart mit modernen Popklängen, die angenehm ins Ohr gehen, ohne lästig zu werden. 
Was dabei wirklich toll war, sind die Entstehungsgeschichten dahinter und der Tiefgang bei den Lyrics. Das war kein Bla Bla, das hatte alles Hand und Fuß. Und wenn man die sozialen Medien ein klein wenig beobachtet, bemerkt man schnell, dass Jeremy Grube das besungene auch dementsprechend erlebt hat. 
Songs über das Bunt sein, über Gleichstellung in der Gesellschaft und seine unbändige Reiselust durch die Kulturen der Weltgeschichte. 
Das einzige Manko für mich als Musiker war, dass eben genau diese gefehlt haben. Die Songs wie Identitätsträger oder Einzimmerfahrtwind waren vorproduziert und kamen von Band. Da hätte ich mir mehr Bandvibes gewünscht. 
Allerdings ist das Jammern auf höchsten Niveau. 
Es war ein fantastischer Abend gewesen, Dieses Ambiente wünsche ich mir wirklich öfters. Ein klein wenig Urlaub in der sonst so hektischen Zeit. 

Songtip: Identitätsträger





Donnerstag, 28. Juli 2022

Steckbeckenzecken - Königreich der Emotionen


Band: Steckbeckenzecken
Album: Königreich der Emotionen
Tonträger: CD
Genre: Schlager-Punk

Stellt euch bitte folgende Geschlechtsakte vor. Karel Gott und Helene Fischer. Daraus entsteht die wundervolle Stimme von Johnny Lovegod.

Die Wildecker Herzbuben und Nicole, das ist Bodo Bummbumm an den hölzernen Kessel.
Joey de Mayo und Andrea Berg, daraus entsteht das 4 Saiten Wunder Marv Medlock sowie die Konstellation zwischen Jimi Hendrix und Juliane Werding, dass ist dann das Wunderkind der Liebe..das ist dann Thommy Romanze an der Gitarre.

So stell ich mir den Anfang der Steckbeckenzecken vor. Denn anders ist der aktuelle Tonträger nicht zu erklären. 

Königreich der Emotionen ist ein Machwerk, deren Herzschmerz und Schmalz aus den Kopfhörer trieft. Allerdings ist das gar nicht negativ gemeint, denn es ist erstaunlich erfrischend, positiv und musikalisch auf einen ziemlich hohen Niveau und ziemlich weit weg vom 3 Akkorde Punk. Dazu kommt, das die

große Thematik, nämlich die LIEBE, bei den meisten Tonträgern in subkulturellen Bereich viel zu kurz kommt. Warum immer Verderben, Hass und Wut, wenn doch die Liebe einen so viel mehr gibt. 
Genau da setzen die Songs wie "Das Rennen um die wahre Liebe" sowie "Königreich der Emotionen" an. Wobei letzteres auch von Manowar sein könnte, wenn da anstatt Liebe und Güte die Worte United und Warriors enthalten wäre. 
Allein folgende Textpassage aus dem Song "Ich bin Geil" schlägt so manchen Chartbreaker. Nein, ihr habt keine Chance, mit mir zu konkurrieren.
Ich kann mit meiner Aura ein Hähnchen flambieren. Absolut großartig!!!

Also liebe Leser, lasst die Liebe in euer Herz, öffnet die Glückseeligkeit eurer Geldbörse und bestellt diesen wundervollen Tonträger

Fazit: 
Auf der einen Seite trieft es vor Liebe, auf der anderen Seite ist da so ein wundervoller Wortwitz in zuckersüßen Melodien dabei. Man muss diese CD einfach lieben

Schulnote 1

Hörtipp 



Samstag, 2. Juli 2022

Käpt'n Picus - Ich will hier raus (EP)

Band: Käpt'n Picus
Titel: Ich will hier raus
Medium: Stream
Spotify
Infos: Facebook

Mit Käpt'n Picus habe ich vor ca. 4 Wochen im Rahmen des Blattturbo Abends eine grundsympatische Band aus Köln kennen gelernt, denen ich versprochen habe, Sie näher zu beleuchten. Und genau das passiert jetzt.

Es sind insgesamt 5 Songs auf der virtuellen EP, die sich über SPOTIFY streamen lassen, und einen qualitativ guten Querschnitt der Band aufzeigen. 
Der Opener "Das ist kein Punk" kracht gut produziert aus den Kopfhörer und teilt sich das Genre des melodiösen Punkrocks mit Bands wie Massendefekt, Rogers und zielt textlich auf die Upperclass, was das ganze sowieso sympathisch macht. Der nahtlose Übergang zu "Retten" passt gut in das bisherige Konzept, denn die ersten beiden Songs sind BRETTER. Schöne Ohooos und ein ziemlich geiles Arrangement bei Retter. Die Lyrics sind gut gestaltet und klingen nicht nach Stumpfpunk sondern wohl

durchdacht. 
Das zeigt auch die Crossovernummer "Raus", die einen leicht metallischen Einfluss hat. Das bringt die Nackenmuskulatur in Wallung.
Der vorletzte Song "Balance" hält die bisherige Fahne weiter hoch. Es wird kein Rad neu erfunden, aber viele Zitate werden neu interpretiert. Man erkennt immer wieder Bands aus der jungen Vergangenheit, aber es klingt nicht abgekupfert. Allerdings gibt es einen Abzug in der B Note. So sehr ich Songs über Fernweh, Urlaub und Bier mag...aber mit "Zeeland", was live durchaus lustig war, ist die Schlagerrock Nummer auf einer EP fehl am platz. Bei einen Longplayer als letzter Song...Klar, cool...aber wenn dich die ersten 4 Songs echt kicken, ist Zeeland so das Antiviagra. Da fällt alles zusammen..
Aber ansonsten, und da kommt auch die Sympathie dazu, ist das ein wirklich guter Tip für alle Freunde der bereits oben genannten Bands. 

Fazit: Der perfekte Sommersoundtrack. Ein ziemlich geiles Stück Musik, was echt Laune macht. 

Schulnote: 2- (ZEELAND IST ES SCHULD) 

Hörtipp:
Kätp'n Picus - Retten





Dienstag, 28. Juni 2022

Dead Dates + Jelly Janes Live im Pitcher Düsseldorf

Wenn eine neue Band die Bühne betritt, deren Sänger ich seit 2002 verfolge, ist eigentlich fast selbstverständlich, dass ich meinen Kadaver dahin bewege. Inzwischen habe ich mit der Düsseldorfer Szenegröße "Opa" folgende Bands Live gesehen und auch teilweise als Support begleitet. 
Die 95er, Cashbar Club, Lazy Riots 
und jetzt aktuell Dead Dates. Eins haben Sie immer gemeinsam. Es ist 77 Punkrock, es ist Laut und schweißtreibend. 
Aber der Reihe nach. An einem Mittwoch Abend ins Pitcher nach Düsseldorf zu fahren, ist etwas ungewohnt, aber durchaus lohnenswert. Denn es passte so ziemlich alles zusammen. Tolles Wetter, sehr
feine Gäste, um den Auftritt der Dead Dates einen angemessenen Rahmen zu geben sowie eine wirklich tolle Support Band. 
Die "Jelly Janes" bezeichnen Ihre Musik als Blues Punk, aber das ist so viel mehr. Es ist sowieso immer schwer, Musik in Kategorien zu verpacken, daher sollte man einfach mal in die Songs reinhören, oder so wie ich, sich das Live geben, denn dann hat man das komplette Paket der charmanten Damen von Jelly Janes. Der raue Sound, der irgendwo zwischen Garage, Indie und Punkrock liegt, entfaltet sich nämlich auf der Bühne am besten. So vergehen knapp 40 min wie im Fluge und lässt hoffen, dass da noch einiges nachkommt. 

Da im Pitcher die Konzerte grundsätzlich immer nur bis 22:00 gehen, brauchte man an diesem Abend schon mal keine Angst haben, zu spät nach hause zu kommen, auch wenn der Headliner des Abends eigentlich ein Garant für eine anständige Party ist. Die "Dead Dates" um Markus Haefs haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen amtlichen Abriss zu starten. Und so viel kann man schon sagen...die Aufgabe wurde bestens erfüllt. Neben einigen neuen Songs einer hoffentlich bald kommenden LP, wurde ein Sammelsurium der bereits oben genannten Bands ins Publikum gefeuert. Da sich die gesamte Band im Laufe des Abends in einen kleinen Rausch spielte, übertrug sich das auch zu 98 % auf das Publikum. 
Der ergebene Musikinformant hofft jetzt einfach Kontinuität und Durchhaltevermögen, denn da wächst was herbei, was dem alltäglichen Punkrocksound etwas frisches hinzufügt. "Dead Dates" war alles andere als ein totes Treffen, es war ein erfrischender Mittwoch Abend mit unfassbar gute Musik, ein toller Geburtstag vom Frontmann "Opa" und der Beweis, dass auch Mittwoch Abend Menschen auf Konzerte gehen. 
Die nächste Möglichkeit eines musikalischen Arschtritt gibt es bereits am 13.08 auf dem Burgplatz sowie am 17.09 im Krachgarten Wesel. 

Bandinfos Dead Dates  
Bandinfos Jelly Janes

Rastlos - Neustart

Band: Rastlos Titel: Neustart Genre: Darkwave/ Postbank Medium: CD Rastlos on Bandcamp Rastlos - Neustart Wenn ich jetzt die folgenden Zeil...